Aktuelles - November 2012

Kinder brauchen keinen Spielplatz sondern Platz zum Spielen!

Zum Fachtag in Bochum „Mobile Kinder- und Jugendarbeit im Kontext mit Sozialraumkonferenzen“

Das Kinderbüro der Stadt Bochum lud am 25.10.2012 Fachleute aus dem Bereich der mobilen Kinder- und Jugendarbeit und den Sozialraumkonferenzen zu einem Austausch zu den Fragen ein: „Können Angebote im Sozialraum Kindern und Jugendlichen neue oder verloren gegangene Räume öffnen? Welche Rolle spielt die mobile Kinder- und Jugendarbeit dabei?“ Die Projektkoordinatorin von Bildungsgestalten am Standort Bochum-Wattenscheid hatte die Gelegenheit, in einem kurzen Inputreferat über die Erfahrungen des Projekts „Räume gemeinsam erschließen – mobiles erlebnispädagogisches Sport- und Spielangebot in der Parkanklage am Ehrenmal“ zu berichten und einen Ausblick auf die zukünftigen Aktivitäten der Kinder- und Jugendlichen zur Nutzung von freien Räumen im Sozialraum Wattenscheid-Mitte zu geben.

Über die Bedeutung von Freiräumen als Handlungs-, Erfahrungs-, Bewegungs-, Lern- und Übungs- sowie Fantasieraum im unmittelbaren Wohnumfeld referierte Holger Hofmann vom Deutschen Kinderhilfswerk e.V. „Die Entwicklung und Aneignung von Räumen ist nur möglich, wo Kinder Räume aktiv gestalten können, dort Möglichkeiten und Grenzen erfahren und darüber notwendiges Wissen über ihre Umwelt gewinnen. Natur, Straßen und öffentliche Plätze haben also eine wichtige Bildungsfunktion.“ Kinder und Jugendliche wollen dabei ihre Spuren hinterlassen. Im Zuge der Ganztagsschulentwicklung wirft er die Frage auf, welchen Stellenwert das „freie Spiel“ an dem Ort einnimmt, an dem Kinder die meisten Stunden ihres Alltags verbringen und plädiert für eine geschlossene und engagierte Lobbyarbeit der Kinder- und Jugendarbeit unter Beteiligung der Pädagogik, Stadtplanung, Verwaltung, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, um eine kinderfreundliche Stadtgestaltung durchsetzen zu können.

In seinem Eingangsreferat zur Rolle der mobilen spielkulturellen Kinderarbeit machte Thomas Wodzicki von der BAG Spielmobile e.V. darauf aufmerksam, dass durch die mobile Arbeit die Ressourcen eines Stadtteils schneller entdeckt werden und genau dort unterstützt werden kann, wo sich etwas in Entwicklung befindet. Mobile Arbeit orientiert sich am Bedarf der Kinder- und Jugendlichen und begreift deren Lebensumwelt als Lernumwelt im Sinne von Bildungslandschaften. Kinder brauchen kein Spielzeug sondern Zeug zum Spielen. Die mobile Kinder- und Jugendarbeit nimmt dabei auch diejenigen in den Blickpunkt, die keine festen Einrichtungen besuchen und nimmt so an deren Entwicklung teil.

In vier Workshops gab es die Möglichkeit des Austauschs und der Ideenfindung unter besonderen Schwerpunkten wie Angebote für Jugendliche im öffentlichen Raum, Nutzungsmöglichkeiten des Außengeländes der Kinder- und Jugendfreizeithäuser als Spielfläche, Spielmodule ohne Betreuung und mögliche Kooperationspartner im Hinblick auf Know How und Personal. Die Veranstaltung war Auftakt für einen weitergehenden Prozess, der einen permanenten Austausch der Akteure sichern, die Durchführung von Angeboten in Bochum erleichtern und die Qualität erhöhen soll.

Akteure: