Aktuelles - März 2015

Start der FiSch-Fortbildung in Bochum-Wattenscheid

Das Netzwerkprojekt  HAT WATT des Sozialraumes Bochum-Wattenscheid startete am 20. und 21.03.2015 mit dem ersten Workshop einer Fortbildungsinitiative  für Lehrer*innen, Sonderpädagog*innen, pädagogische Fachkräfte sowie Schulsozialarbeiter*innen für vorrangig Wattenscheider Schulen  zu sogenannten Elterncoaches.  Das Präventionsprojekt unterstützt und begleitet Schüler*innen und ihre Eltern auf freiwilliger Basis bei z.B. Konzentrationsschwierigkeiten oder Verhaltensauffälligkeiten. Dazu werden an dem jeweiligen Schulstandort die Pädagog*innen als multiprofessionelles Team gemeinsam aktiv und binden Eltern über mehrere Wochen in das Geschehen während des Unterrichts an einem festen Tag der Woche ein. Die Eltern  kommen  mit ihrem Kind an diesem Vormittag in der sogenannten FiSch-Klasse (Familie in Schule) zusammen, um in einem klaren Rahmen in der Kleingruppe ihre Kompetenzen in Konfliktsituationen zu stärken und an individuellen Zielen zu arbeiten. Die Lehrer*innen der jeweiligen Stammklasse nehmen dabei auch die Zielerreichung in den Blick. „Schließlich geht es vor allem darum, über Erfolgserlebnisse wieder Spaß und Freude am Lernen und in der Gemeinschaft  zu entwickeln, damit einer erfolgreichen Schullaufbahn nichts mehr im Wege steht“, so Thomas Pletsch, Referent von FiSch und Mitarbeiter  der Tagesklinik Baumhaus am Helios Klinikum Schleswig. Gemeinsam mit Andree Nykamp und in Kooperation mit der Schule Hesterberg sind sie bereits seit Jahren als Elterncoach-Team aktiv und erleben immer wieder, wie wichtig die Rolle der Eltern ist, die durch dieses Angebot sowohl einen neuen Blick auf das Kind als auch besondere Einblicke in den Unterricht erhalten. Besonders wertvoll  ist dabei der Austausch der Eltern untereinander.

An der Fortbildung beteiligen sich  20 Teilnehmer*innen aus insgesamt sieben Bochumer Schulen: GS Günnigfeld, Gertrudisgrundschule, Glückaufgrundschule, Liselotte-Rauner-Schule, GS Westenfeld, Astrid-Lindgren-Schule und Hilda-Heinemann-Schule. Zwei weitere Teilnehmer aus Wien haben sich ebenfalls angeschlossen, da sie das Konzept sehr überzeugend finden. Im Juni wird die Fortbilung mit dem zweiten Workshop fortgesetzt, bis dahin könnten bereits erste FiSch-Klassen an den Schulen gebildet worden sein.  Diese Inhouseschulung ist durch die Unterstützung der Anneliese-Brost-Stiftung für alle Teilnehmenden kostenlos.

Kita-Familienseminar: Meine Zeit - deine Zeit - unsere Zeit

Neben Schule, Beruf, Kindergarten, Haushalt, Sport und Hobbys.... wieviel Zeit bleibt da noch für die Familie? Nehmen wir uns noch bewusst Zeit für Gemeinsamkeiten oder  ist der Alltag immer mehr "fremdbestimmt" und werden wir in den verbleibenden "Zeitfenstern" immer mehr "ferngesteuert"? Mit diesen und anderen Fragen haben sich insgesamt 12 Familien aus insgesamt 4 Tageseinrichtungen für Kinder in Bochum Wattenscheid in einem Zweitagesseminar Ende März im Begegnungszentrum St. Pius beschäftigt. Bei alten und bewährten klassischen Spielen sowie Kreativangeboten konnten wir einerseits bewusst die Zeit in der Gruppe und mit dem eigenen Kind genießen. Wichtig sind aber auch die bewussten Momente für die eigenen Bedürfnisse, für die es  auch eine Auszeit geben muss – ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Hilfreich war es daher für die Eltern, den Antreibern aus der Kindheit einmal auf den Grund zu gehen oder sich beim „dialogischen Malen“ und Entspannungsübungen ein Stück Verlangsamung zu gönnen, um Gedanken, Gefühlen und Geräuschen nachzuspüren. Leider kamen diese Einheiten im Seminar auch zu kurz, was bei der Planung des nächsten Familienbildungsseminar berücksichtigt wird. Das Fazit der Teilnehmenden war jedoch eindeutig: Es lohnt sich ganz bewusst im Alltag kleine Auszeiten einzubauen, um die Achtsamkeit zu sensibilisieren. Oder wie eine Mutter sagte: „Ich kann nur lieben, wenn ich mich selber so annehmen und lieben kann, wie ich bin.“

Dieses Seminar wurde gemeinsam mit den Familienzentren St. Barbara und Martin-Luther-Kinderhaus sowie der Familienbildungsstätte des PEV  geplant und durchgeführt. Im September startet ein weiteres in Kooperation mit der Tageseinrichtung Ludwig-Steil-Kita und den Familienzentren AWO Bußmannsweg und AWO Moltkestraße.

Durchhalten hat sich gelohnt!

Jugendcafé kurz vor der Eröffnung: Sechs Jugendliche aus Bochum haben in feierlicher Runde mit ihren Eltern in „ihrem“ Jugendcafé in der Innenstadt von Bochum-Wattenscheid den Kompetenznachweis Kultur von Beatrice Röglin überreicht bekommen. Für eine gemeinsame Entwicklung, Gestaltung und Umsetzung eigener Ideen brauchte es vor allem Durchhaltevermögen, denn der Umbau in Eigenleistung und mit Fremdfirmen musste koordiniert und abgestimmt werden. Für die Realisierung besonderer Wünsche akquirierten die jungen Frauen und Männer Sponsoren und bewiesen Verhandlungs- und Kommunikationsgeschick, um ihre Interessen und Vorstellungen umsetzen zu können. Es hat sich gelohnt – wie man schon unschwer am Wand-Graffiti der „Heroes“ – so auch der Name des Cafés - erkennen kann. Wir dürfen auf die Eröffnung des Jugendcafés Ende April gespannt sein.